Nepalreise mit Besuch in Changmityang

von F. App

Am 1 November 2013 hatten wir es nach langer Vorarbeit geschafft. Der Flieger der Oman Airline hob mit Ziel Kathmandu von Frankfurt ab mit uns drei an Bord. Ein aufregendes Gefühl von Freiheit und Vorfreude kam über uns. Hans und Kurt, zwei Freunde von mir, waren durch meine Erzählungen und Bilder der Jubiläumstour von Mountain Spirit mit dem „Nepalvirus „ inviziert.

 

Die erste Nacht in Nepal verbrachten wir im Kathmandu View Hotel in Nepal, von wo wir gleich am nächsten Tag weiter nach Jiri dem Ausgangspunkt unserer Trekkingtour fuhren. Geplant waren 26 Tage von Jiri zum Kalapatar (Aussichtsberg am Everest ) und zurück. Das klingt nach viel Zeit, aber in Anbetracht dessen, das wir die Tour ohne Flug und mit einem Abstecher nach Chamyteng machen wollen, ein recht strenges Wanderprogramm. In Chamyteng plante ich den Schwestern der Villageklinik einfache Kinesiotapetapeanlagen beibringen.

Nachdem wir die etwas hektische Stadt Jiri verlassen hatten und durch wunderschöne üppig bewachsene Kulturlandschaft wanderten, waren wir ganz im Glück.

 

Abends kamen wir in einer gemütlichen Lodge an, die unser freundlicher Porterguide Lakubir für uns ausgesucht hat. Die Speisekarte, die wir dort vorfanden verschlug uns fast den Atem und als das Essen dann auch noch ganz toll schmeckte war unser Glück perfekt.

Am nächsten Morgen nach gutem Frühstück geht es rauf auf den Doralipass.

Der Weg führt durch die wunderbare Landschaft und direkt durch das Alltags- leben der Menschen, die dort am Wegesrand wohnen und ihrer täglichen Arbeit nachgehen. Die Menschen, denen wir begegneten waren sehr freundlich und häufig genauso neugierig und interessiert an uns wie wir an ihnen.

 

Unsere Wanderung ging weitere acht Tage über Pässe und durch Täler bis Namche Bazar.

Nach Namche Bazar gingen wir über das Kloster Tengboche bis hinauf nach Lobuche

 

Die ganze Zeit hatten wir schönes Wetter und beste Aussicht auf die Berge.

Jedoch nachts wurde es eiskalt. In Lobuche auf 5000 Meter unter  -20 Grad.

Auch auf der Rücktour hatten wir bestes Wetter und Fernsicht bis Taksindu. Wir hatten vor von Takzindu aus auf einem unmarkiertem Weg nach Changmityang zu kommen. Da nur ich den Weg von meinem Aufenthalt vor vier Jahren kannte, musste ich die Rolle des Guide übernehmen. Ausgerechnet an diesem Tag war die Sicht schlecht. Um kein Risiko einzugehen kehrten wir nach acht Stunden Fußmarsch wieder zur Ausgangslodge zurück. Meine Freunde machten am nächsten Tag einen Ruhetag. Lakubir, unser Porterguide, und ich brachen um 6 Uhr morgens auf. An diesem Tag war die Sicht gut und wir erreichten um 12 Uhr nachmittags Changmityang. Die erste Person die wir dort trafen war Sharkini, eine der beiden Schwestern der Village Klinik. Sie lud uns dann auch gleich zu ihrer Hochzeit ein, die am Abend beginnen sollte. Verständlicherweise hatte sie deshalb keine Zeit um Tapeanlagetechniken zu lernen. Auf dem Weg zu unserem Quartier bei Pasang begegneten wir auch noch der Lehrerin, mit der wir einen Termin für den Nachmittag vereinbarten. Pasang und seine Frau empfingen uns herzlich. Nach dem Mittagessen gingen wir hoch zum Kloster. Dort war man sehr interessiert an der tragbaren Filteranlage, da es während der Regenzeit zur Verschmutzung der Trinkwasserfassungen kommt und es somit kein brauchbares Trinkwasser mehr gibt.

Danach ging es wieder zur Schule. Wir übergaben der Lehrerin kleine Geschenke für die Schüler. Die Lehrerin zeigte mir den schlechten Zustand der Klassenzimmerböden. Auch das Dach war in schlechtem Zustand und nicht mehr dicht.


Die Schäden sind inzwischen von den Dorfbewohnern selbst behoben worden.

Das Material dazu wurde von Mountain Spirit gestiftet. Also Hilfe zur Selbsthilfe.

Gleich nach dem Besuch der Schule ging es zur Hochzeit. Die Hochzeitsgäste saßen sich alle in einer Reihe gegenüber. Viele sprachen mit ihren Sitznachbarn oder schauten in die Runde. Lakubir übersetzte für mich und bewahrte mich vor dem reichlich angebotenen Chang, den auch schon mancher reichlich genossen hatte. Und was gab es zu

essen? Natürlich Dal Baath.                                                                                     

Am nächsten Tag in den frühen Morgenstunden gab es noch eine Einführung ins Kinesiotaping für die zweite Krankenschwester Dali. Lakubir erfüllte seine Aufgabe als Übersetzer und Tapeopfer hervorragend. Er konnte durch seine charmante zurückhaltende Art allem eine Leichtigkeit geben. Der Zustand der Villageklinik machte einen guten Eindruck.

Auch die Solaranlage hatte volle Leistung.

Nach einem weiteren kurzen Besuch im Kloster traten wir den Weg zurück zur Lodge in Taksindu an. Nach viereinhalb Stunden waren wir wieder alle wohlbehalten in Taksindu vereint.

Auch der Rückweg von Taksindu nach Jiri war alles andere als langweilig für uns. Immer gab es was zu sehen am Wegesrand oder wir wurden von einer Ziege bekleidet.

Die letzten zwei Tage verbrachten wir noch im Kathmandu View Hotel. Nach 26 Tagen Treckingtour tun Sanitäranlagen mit heimischem Standard so richtig gut.