„You are lucky, Simone!“

Das habe ich während meines 10-tägigen Aufenthaltes in Changmityang immer wieder von Phuti gehört. Und ich war wirklich glücklich! Vor allem, da in dem sonst regenreichen Tal jeden Tag die Sonne schien und zur gleichen Zeit wie ich Lama Khempo aus Taiwan oben im Kloster war.

Okay, von Anfang an:

Nach einer langen Anreise und Wanderung sind Phuti und ich in Changmytiang angekommen. Welch´ ein schönes Dorf! Ringsherum blühten die Rhododendron-Wälder!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich durfte bei Phuti´s Eltern wohnen und bin ganz herzlich von ihnen aufgenommen und versorgt worden. Dass wir verschiedene Sprachen sprechen war ganz egal, denn mit „Händen und Füßen“, einem Wörterbuch und Phuti´s Hilfe konnten wir uns gut verständigen und wir hatten eine Menge Spaß!

Schon am selben Abend besuchte uns der Lehrer der Dorfschule, um mit uns über unseren Besuch in der Schule zu sprechen. Die SchülerInnen hatten in der Zeit meines Aufenthaltes Examen, so dass ich dort keinen Unterricht mit machen konnte. Doch jeden Tag nach deren Prüfungen konnten wir für ca. 2 Stunden gemeinsam spielen. Wir hatten für die Kinder neue Bälle und andere Spiel-Materialien mitgebracht. Ebenso Unterrichtsmaterialien wie Hefte und Stifte und ich glaube, ich werde nie die glücklichen Augen der Kinder vergessen, als wir ihnen diese Materialien überreicht haben.

Mein erster Kontakt zu den Kindern gleich am nächsten Tag war genial, da „holi“ war - und das haben wir ausgiebig auf dem Schulhof mit Wasserbomben und Farben gefeiert!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meine Tage im Dorf waren so gestaltet, dass ich am Vormittag in der Dorfschule war, danach zum Kloster ging und zwischen diesen beiden Orten und Zeiten bei vielen vielen Dorfbewohnern zum Tee und oft auch zum Essen eingeladen war. All´ die Großzügigkeit und Offenherzigkeit hat mich sehr berührt.

Die Dorfbewohner und auch das village commitee sprachen mit mir ganz offen über die Geschehnisse im Dorf, über die Klinik, über bestimmte Zustände und Erfordernisse im gesamten Dorf. Diese Informationen sind wichtig für die Organisation weiterer Hilfsmaßnahmen.

Und sie sprachen immer wieder ihre Dankbarkeit darüber aus, dass der Verein mountain spirit sie unterstützt.

Die bisher geleistete Arbeit und das Engagement von mountain spirit e.V. war zu jeder Zeit wahrnehmbar. Die Dorfbewohner erzählten von den medizinischen workshops, in vielen Häusern werden die Wassereimer benutzt und die Klinik befindet sich in einem sauberen Zustand, auch wenn sie leider vorübergehend geschlossen war. Sowohl in der Dorf- als auch in der Klosterschule werden Lernhilfen benutzt, die mit den SchülerInnen gemeinsam gestaltet wurden.

Viel Zeit habe ich am Kloster verbracht, da Lama Khempo uns jeden Tag dorthin einlud.

Es wurden acht neue stupas gebaut, und ich konnte einen Teil dieser Arbeit begleiten. Diese Arbeit hat die meisten Männer im Dorf über viele Wochen eingespannt und auch hier war der Unterricht in der Klosterschule eingeschränkt.

In der Dorfschule müssen einige Dinge gebaut und renoviert werden und die Männer des Dorf-Kommitees versprachen, dieses nach der Fertigstellung der stupas zu tun.

Ich war glücklich darüber, dass ich auch viel Zeit mit Lama Khempo verbringen und auch an der Einweihung der stupas teilnehmen durfte. Das ganze Dorf war zu diesem Anlass in ihrer traditionellen Sherpa-Tracht versammelt. Großartig!

Diese Zeremonie war etwas ganz Besonderes.

 

 

                                                                                                                 

Etwas ganz Besonderes war für mich auch die wohl einzige „Dusche“ im Dorf, die mir Lama Khempo zur Verfügung stellte. Er hat mir damit einen großen Gefallen getan!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                    Die Zeit verging sehr schnell. Ich fühlte mich sehr wohl in Changmityang, nicht zuletzt, da ich von allen im Dorf so selbstverständlich angenommen war, und so fiel auch der Abschied schwer.

Auf der Ladefläche des einzigen Treckers konnten wir die beschwerliche Rückwanderung umgehen und sind staubig und durchgerüttelt in Phablu angekommen, um am nächsten Morgen mit einem Jeep zurück nach Kathmandu zu fahren.

Insgesamt kann ich sagen, dass schon die kurze Zeit in Changmityang eine große Erfahrung für mich war. Sie hat mir unter anderem gezeigt, dass das meiste von dem, das für uns selbstverständlich ist, noch lange nicht so ist. Von dieser großherzigen Einfachheit können wir viel lernen!