Arun-Projekt Frühjahr 2014

Themen:

family planing, womans hygiene, delivery, child- bed, postnatal exercise/gym, newborn care

Was wir dabei hatten:

Skripte, Bilder, Stoffplazenta, zwei Puppen und zwei Beckenmodelle, Pinard, Zykluskette, Fachwörterbuch englisch und Unterlagen zum Nachschlagen

Methodik:

Erklärung - theoretisch mit Becken und Puppe, mit Bildern, im Rollenspiel und möglichst alle praktisch mit Puppe und Becken. Normale Geburt und BEL favorisierten wir in Vierfüßler bzw. vorgebeugt stehend.

Hintergrund zur Gruppe:

-    wir haben ca. 19 Frauen unterrichtet, diese sind volunteers, jede betreut ca. 5-7 Geburten im Jahr, sind unterschiedlichen Alters, zwischen 20 bis 40 Jahre

-    sie haben Hintergrundwissen zu jeglichen Therapieansätzen, z.B. bei Blutung --> Brustwarzen massieren, viele Ressourcen wenn es darum geht, was praktisch zu tun ist!

-    Anatomie und Hygiene viele Mängel

-    die volunteers sind vom Staat mit einem Delivery Kit und Antiinfektionsmittel für den Nabel ausgestattet, die häufigste Geburtsposition ist der Vierfüßler, im Health post ist es die Steinschnittlage, im Health post wird 10 I.E. Oxy nach Geburt gegeben, bei Infektion im Zusammenhang mit einem Blasensprung wird nur Paracetamol gegeben, dies haben wir angesprochen und zusätzlich Antibiose empfohlen

Häufigste genannte Probleme:

Geburtsverletzungen von DR II bis DR IV, (mit Harninkontinenz und Stuhlinkontinenz), Polaps, Aborte, Infertilität, Plazentaretention, Plazentareste, Krampfadern, Blutungen gaben sie nicht als größtes Problem an... sei selten nach ihrer Aussage, Schulterdystokie

Was sich die volunteers wünschen:

mehr Handschuhe (im Delivery Kit ist ein Paar Handschuhe), Film zum Unterricht, evtl. ein Handdesinfektionsmittel für Jede, z.B. kleine Flasche und beim nächsten Mal wird aufgefüllt, Pinard (nur die zwei Frauen im Health post haben ein Pinard) ca. 20 Stück

Themen die sie sich wünschen für den nächsten Workshop:

Infertilität und Zykluskalender, Geburtspositionen (Schwerkraft, Wehenveränderung, Lage beeinflussen usw...), Misscarriage, Dammschutz, fetal disstress, Pinard Herztöne hören

Zusammenfassung

Wir sprachen über Hygiene, Ernährung, übertragbaren Erkrankungen, spezielle Krankheitsbilder und ihre Therapie.

Die erste Unterrichtseinheit befasste sich mit Krankheitsüberträgern wie Flöhe, Bettwanzen und Zecken. Das Hauptaugenmerk lag auf Minimierungssmaßnahmen, wie regelmäßiges Lüften, Waschen und Verbesserung der Hausgegebenheiten. Weiterhin sprachen wir über Wurmerkrankungen, wie Spul- und Fadenwürmer. Neben den Präventionsmaßnahmen behandelten wir auch die Symptome und die Therapie. Auch bei den Themen Durchfall und Erkältung spielten die Präventionsmaßnahmen eine große Rolle, aber auch der Umgang mit kranken Säuglingen und Kleinkindern wurde besprochen. Überraschend großes Interesse zeigten die Teilnehmer am Thema HIV/Aids. Sicher ist es in dieser Region kein alltägliches Problem, jedoch scheint es auch da auf dem Vormarsch zu sein.

Im Allgemeinen trafen wir auf gute Fähigkeiten der volunteers. Auch der Umgang mit den vorhandenen Medikamenten erfolgte sinngemäß. Neues Wissen brachte Ihnen vor allem Hintergrundinformationen über Ursache und Wirkung und die dahinter steckende Physiologie. Hierfür eignete sich gut die Verwendung von Bildmaterial, welches in vieler Weise die Übersetzung und das allgemeine Verständnis erleichterte.

Während des Frauenworkshops versorgten wir die von Tag zu Tag immer zahlreicher erscheinenden Patienten, es Sehtests abgehalten und möglichst passende Brillen aus Spenden verteilten. Reissenden Absatz fanden die Sonnenbrillen.

Wir baten den Lehrer, seine Schule oberhalb von Chepchewa besuchen zu dürfen, da dort über dreihundert Schüler unterrichtet werden. Diese Gelegenheit wollten wir nutzen, da Schüler geeignete Multiplikatoren sind. Er war einverstanden und wir zeigten eine „Erste Hilfe“- Fortbildung, Verbandstechniken und Lagerung bei Schock und Bewusstlosigkeit.

Ich meine, wir müssen diese Schule in unsere Referate mit einbeziehen und auch Themen außerhalb der Medizin bearbeiten, wie z.B. die Ausstattung mit Lernmitteln. Wir vereinbarten gleich noch einen neuen Termin am Folgetag,  über Hygiene und Ernährung abhielten.

Notizen zum Erste-Hilfe-Workshop

Teilnehmer waren die Healthworker, ein paar Männer aus dem Dorf, sowie der im Dorf lebende Lehrer der Schule.

Unterrichtsthemen:

Stabile Seitenlage bei bewusstloser Person mit Ansprache, Atemkontrolle; Druckverband bei stark blutender Verletzung am Arm, Bein, ggf. Abbindung; Möglichkeiten der Wundversorgung von stark blutenden Wunden an anderen Körperstellen (Thorax/Abdomen); Feststellen, Untersuchen und Schienen bzw. Ruhigstellung von Frakturen Arm/Bein, ggf. mit Reposition; Versorgen von Verbrennungen; Wundversorgung Fremdkörperverletzung Extremitäten; Versorgen von Augenverletzungen/Fremdkörper im Auge; Verhalten/Versorgen bei Schulterluxation (dies wurde von den Healthworkern gewünscht); Hygiene/Sauberkeit bei medizinischen Maßnahmen, möglichst keimarme Versorgung

Die Teilnehmer des Workshops waren wissensbegierig, haben gut mitgemacht, gute Fragen gestellt, haben die Übungen sehr gut umgesetzt, es wurde m. E. nach verstanden, worauf es ankommt.

An einem Tag haben wir die Schule besucht und dort für ca. 50-60 Schüler einen kurzen Einblick in Erste Hilfe gegeben (Themen: Stab. SL, Druckverband, Fraktur am Unterarm).

Erste Hilfe ist allgemein aber ein Thema, das ständig wiederholt und geübt werden muss. Dies haben die Teilnehmer auch so formuliert, die Bereitschaft ist da. Eine Idee wäre, in der Schule dort ebenfalls in kleineren Gruppen (15 – 20 Personen) EH-Kurse oder auch andere (Hygiene, Ernährung etc.) abzuhalten.

An möglichen und erstrebenswerten Änderungen stehen diese Punkte in erster Linie: eine bessere medizinische Versorgung, nur zu gewährleisten durch eine bessere Ausbildung der medizinischen Hilfskräfte, workshops über medizinisches Basiswissen für Laien, Elektrifizierung des Health post, sauberes Wasser, bessere – nicht rauchende Öfen – , mehr Sauberkeit in Haus, Hof und Toiletten.

Von Vorteil war, dass die Übersetzerin Madika als ausgebildete Krankenschwester gute medizinische Fachkenntnisse hatte. Dies hat die Kommunikation sehr erleichtert. Für die Zukunft ist zu überlegen einen zweiten Übersetzer mitzunehmen, da Medical-Checkup und Workshop teilweise zeitgleich stattfinden, um den vorhandenen zeitlichen Rahmen effektiv zu nutzen.

Bau der Wasserversorgung für die Toiletten und ein Stromanschluss am Healthpost in Chepchewa.