Bericht Changmityang

Nach einer mühevollen, von diversen Krankheiten geprägten 6-tägigen Anreise sind wir glücklich in Changmityang angelangt. Changmityang empfängt uns nebelverhangen und mit Nieselregen. Wettertechnisch bekommen wir hiermit gleich den richtigen Vorgeschmack, was uns die nächsten zwei Wochen erwarten wird.

Am Tag unserer Ankunft gehen wir sofort in der Klinik, wo uns Dinesh Rai empfängt. Außerdem stellen wir uns in der Schule vor und versuchen gleich unsere Mithilfe zu für die nächsten zwei Wochen zu strukturieren.                                                       

   

Im Kloster werden wir von dem Lehrer Cho Tshering empfangen und bekommen das neue Khenpo-Zimmer zugewiesen, welches sehr groß und schön ist.

             

Am gleichen Abend halten wir unsere erste Englischstunde mit den älteren Schülern (16-20 Jahre).Die Kloster-Schüler sind zu Beginn teilweise sehr schüchtern und trauen sich kaum zu reden.

Unser Tagesablauf des ersten kompletten Tages, sowie der folgenden zwei Wochen sieht folgendermaßen aus:

7.00 Uhr aufstehen und Frühstück

8.00 Uhr – 10.00 Uhr Englischunterricht mit den jüngeren Mönchen (zwischen 8 und 15 Jahren)

11.30 Uhr Mittagessen im Kloster

12.00 Uhr – 14.00 Uhr Englischunterricht in der Dorfschule (abwechselnd mit Erdkunde und Sport)

15.00 Uhr Tee im Kloster

18.00 Uhr Abendessen im Kloster

19.00 Uhr – 21.00 Uhr Englischunterricht mit den älteren Mönchen (zwischen 16 und 20 Jahren)

Unterricht im Kloster

Im Laufe der ersten Tage nimmt die Schüchternheit der Mönche merklich ab und es entwickelt sich ein sehr freundschaftliches und offenes Verhältnis zu den Kloster-Schülern, sowie zu deren Lehrern. Im Unterricht merkt man, dass die jungen Mönche regelmäßigen Englischunterricht bekommen und es gewohnt sind sich zu konzentrieren und sich an Regeln zu halten Jedoch gibt es, vor allem bei den jüngeren Mönchen, manche, die sich nicht richtig zu sprechen trauen. Hierbei hilft es uns, dass die Lehrer im Kloster gut

Englisch sprechen und den Unterricht bei den jüngeren Mönchen begleiten und übersetzen. Inhaltlich lehren wir den älteren Schülern hauptsächlich englische Grammatik (auf eigenen Wunsch), wie z.B. Fragestellung, Verneinung, verschiedene Zeiten und zur Abwechslung ein bisschen Geographie.
Mit den jüngeren Mönchen machen wir ebenfalls Geographie, sowie Grammatik, jedoch auf einfacherem Niveau. Zur englischen Grammatik erstellen wir vor der Stunde oder gemeinsam mit den Schülern im Unterricht Lernplakate, die die wichtigsten Regeln des grammatischen Themas und ein paar anschauliche Beispiele beinhalten. Diese Sicherung hat sich bewährt und dient den Schüler als gute Hilfestellung beim Bilden von eigenen Beispielsätzen. Um das Hörverstehen der Schüler zu trainieren, lesen wir kurze Geschichten und besprechen den Inhalt anschließend gemeinsam. Hier wird deutlich, dass vor allem beim Sprachgebrauch Schwierigkeiten bestehen. Der Geographieunterricht wird als „Blick in die Welt“ gestaltet und vorwiegend mit Bildplakaten unterlegt, auf die die Schüler mit großem Interesse reagieren und manchmal Fragen dazu stellten. Abschließend ist festzuhalten, dass sowohl die jüngeren als auch die älteren Mönche über eine sehr schnelle Auffassungsgabe verfügen und sehr schnell lernen.

Unterricht in der Dorfschule

In der Dorfschule unterrichten wir ausschließlich die älteste Klasse, in welcher Schüler zwischen 7 und 11 Jahren sind. Ähnlich wie im Kloster sind auch die Schüler der Dorfschule zu Beginn relativ schüchtern, was sich bei diesen jedoch sehr schnell legt.                                

Geplant ist, dass der Englischlehrer, welcher vom Staat bezahlt wird, uns übersetzt, um somit einen vernünftigen Unterricht garantieren zu können. Dies stellt sich jedoch als schwierig heraus, da der Englischlehrer selbst kaum Englisch spricht und uns sehr oft nicht versteht und wahrscheinlich nicht adäquat übersetzen kann.
Die englischen Vorkenntnisse der Schüler sind relativ gering und beschränken sich auf einige auswendig gelernte Sätze aus dem Englischbuch, sowie den Zahlenraum 1-100.

Trotz dieser, im Vergleich zum Kloster, schlechteren Voraussetzungen versuchen wir den Schülern die wichtigsten Basics der englischen Sprache, wie z.B. Uhrzeit, persönliche Vorstellung oder einfache Sätze für den Alltagsgebrauch beizubringen.
Darüber hinaus unterrichten wir Mathematik und Geographie. Als sehr spaßige und tolle Momente sind auf jeden Fall die Sportstunden, sofern sie der Regen denn zuließ, zu sehen. Allgemein hatten die Schüler großes Interesse an neuen Spielen („faules Ei“) und das mitgebrachte Indiaca war besonders für die Kleineren, denen für das Volleyball-Spiel noch die motorischen Fähigkeiten fehlen, eine Bereicherung.

Abschließend ist noch festzuhalten, dass das Bildungs- und Leistungsniveau in der Dorfschule deutlich geringer ist, als im Klosterund es vor allem auf Grund der mangelnden Übersetzung teilweise schwer war, einen guten Unterricht zu machen und die Schüler zu erreichen. Trotzdem hoffen und denken wir, dass die 2 Wochen Unterricht den Schülern gut getan haben, die sich den von uns erteilten Übungen stets motiviert und interessiert gestellt haben.

Praktische Tätigkeiten in Changmityang

Neben dem Unterricht im Kloster und der Dorfschule haben wir gemeinsam mit dem Dorfrat verschiedene praktische Tätigkeiten organisiert und durchgeführt. Diese Tätigkeiten wurden zu 100% von Mountain Spirit Deutschland finanziert:

  • • Anbringen einer Dachrinne am Schulgebäude
    • Verbreiterung der Giebel-Abdeckung am Schulgebäude, da auf Grund der zu
      schmalen Abdeckung bei starkem Regen Wasser in das Gebäude eindrang, und
      somit der Bretterboden durchfaulte.
  • • Kauf einer Batterie für die Solar-Anlage des Klosters                               Darüber hinaus wurde mit dem Dorfrat vereinbart, weitere Dinge, welche sie gerne durch MSD finanzieren würden, mit MSD in Deutschland abzuklären und ihnen das Ergebnis mitzuteilen. Hierzu gehören:
  • • 2 weitere Batterien für das Kloster
    • ein längeres Engagement in der Dorfklinik
    • eine Umzäunung der Klinik, um diese vor eindringendem Wild zu schützen.

Fazit

Insgesamt können wir auf eine sehr schöne und interessante Zeit in Changmityang zurückblicken, in welcher wir uns sowohl im Unterricht als auch bei den praktischen Tätigkeiten durchaus positiv einbringen konnten. Die Hilfsbereitschaft und Dankbarkeit sind nicht zuletzt Gründe dafür. Einige Male war es schade, sich mit den Dorfbewohnern, die kein Englisch sprechen, nicht verständigen zu können.

In der Schule sollte besonders der Sprachgebrauch und dessen Anwendung im Alltag für eventuelle Praktikanten in der Zukunft im Zentrum der Vorbereitung auf den Unterricht stehen, um kulturellen Austausch zu ermöglichen und um spätere Arbeitsmöglichkeiten für die Dorfkinder (Guide, Porter, etc.) zu erschließen.

Von Changmityang aus begaben wir uns dann noch auf einen 15-tägigen Trekking-Trip ins Everest-Gebiet.